Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) rechnet nicht mehr damit, dass die geplante Reform des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (Bafög) in dieser Legislaturperiode noch umgesetzt wird. Sie begründet dies mit der aktuellen Haushaltslage und der damit verbundenen Haushaltsdebatte.
Bär äußerte sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und erklärte, dass eine so teure Maßnahme derzeit nicht realistisch sei. Ursprünglich war die Bafög-Reform Teil des Koalitionsvertrags, doch die Finanzierung stellt sich als schwierig heraus.
Die Ministerin sieht die Situation für Studierende in Deutschland dennoch nicht als dramatisch an. Sie betonte, dass deutsche Studierende bereits im Vergleich zu ihren Kommilitonen in vielen anderen Ländern privilegiert seien. Dies liege unter anderem an den vergleichsweise niedrigen Studiengebühren an deutschen Hochschulen und der Möglichkeit, neben dem Studium zu arbeiten.
Die Kritik an der Aussage von Bär ließ nicht lange auf sich warten. Studierendenverbände und Oppositionsparteien werfen der Ministerin vor, die Probleme vieler Studierender zu ignorieren. Sie verweisen auf steigende Lebenshaltungskosten und die Notwendigkeit einer besseren finanziellen Unterstützung, um ein Studium unabhängig vom Elternhaus zu ermöglichen.
Übersetzung ins Englische:
Federal Research Minister Dorothee Bär (CSU) no longer expects the planned reform of the Federal Training Assistance Act (Bafög) to be implemented in the current legislative period. She cites the current budget situation and the associated budget debate as reasons.
Bär stated in an interview with the German Press Agency (dpa) that such an expensive measure is currently not realistic. The Bafög reform was originally part of the coalition agreement, but financing is proving difficult.
However, the minister does not consider the situation for students in Germany to be dramatic. She emphasized that German students are already privileged compared to their peers in many other countries. This is partly due to the relatively low tuition fees at German universities and the opportunity to work alongside their studies.
Criticism of Bär’s statement was not long in coming. Student associations and opposition parties accuse the minister of ignoring the problems faced by many students. They point to rising living costs and the necessity of better financial support to enable studying independently of one’s parents.
